Tassajara-Hirsebrot

Man sieht….dieses Buch wurde benutzt….

Heute bin ich fleißig, nicht wahr? Das liegt daran, dass ich im Bücherregal ein ganz wichtiges “Altes Schätzchen” geortet habe. Nämlich “Das Zen-Kochbuch für Vegetarier”, das lange Zeit mein allerliebstes Kochbuch war. Ob das wohl etwas für Bushcook ist? Verfasst hat es Ed(ward) Espe Brown, ein Zen-Mönch, der lange Zeit Chefkoch im Tassajara Zen Mountain Center war. Ich mag seine Bücher sehr, weil sie nicht nur leckere, zuverlässige Rezepte für jeden Tag bieten, sondern auch immer ein Stück Weisheit enthalten – nett zu lesen und nervenberuhigend. Ehe ich jetzt anfange, von Ed Brown zu schwärmen, lege ich Euch einfach einen Film ans Herz. Ich bin nämlich nicht der einzige Ed-Brown-Fan, Doris Dörrie ist auch einer, und sie hat einen Film über ihn gemacht:  How To Cook Your Life. Hier gibt einen Trailer zum Film. Bei mir wohnt die DVD – und es ist einer der wenigen Filme, die ich mir immer wieder ansehe.

Zum Brot: die Bücher von Ed Brown haben mich anfänglich zum Brotbacken verleitet. Brot backe ich noch immer, und ab und zu auch noch nach den Tassajara-Rezepten. Hier also kommt das milde Brot mit den Hirse-Einsprenkelungen, das ich schon oft gebacken habe. Es hält, als reines Hefebrot, nicht so wahnsinnig lange frisch, aber man kann herrlich knusprigen Toast damit machen. Statt Hirse kann man gut auch andere kleinkörnige Getreidesorten wie Amaranth oder Quinoa verwenden. Aufgrund der Hirsekörner ist die Krume relativ dicht.

Hier kommt das Rezept für 2 Brote, wie ich sie heute backe. Ganz Original ist es nicht mehr :-) . Die Zahlen im Rezept sind etwas krumm, weil ich die Cup-Angaben in Gramm umgestellt habe.

  • 380 gr. ganze Hirse
  • 310 ml heißes Wasser zum Einweichen der Hirse
  • 1 EL Trockenhefe
  • 500 ml handwarmes Wasser
  • 2 EL Honig
  • 420 gr. Weizenvollkornmehl
  • 3 EL Pflanzenöl wie Rapsöl, Sonnenblumen- oder Maiskeinöl
  • 2 1/2 TL Salz
  • 360 gr. Weizenmehl 550

Zunächst die Hirse mit heißem, aber nicht kochenden Wasser übergießen und abdeckt ca. 2 h stehen lassen.

Nun die Hefe und den Honig in das warme Wasser rühren, Weizenvollkornmehl zugeben und alles zu einem weichen Teig verabeiten. Den Teig ca. 1 h an einem warmen Ort gehen lassen.

Nun das Öl, die Hirse mit eventuellem Restwasser und das Salz hineinrühren. Jetzt das restliche Mehl zugeben und alles zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Abdeckt eine weitere Stunden stehen lassen.

Jetzt den Teig, der schön aufgegangen sein sollte, aus der Schüssel holen, zu einem länglichen Laib formen und in ein bemehltes Gärkörbchen geben. Eine weitere Stunde ruhen lassen.

Inzwischen den Ofen auf 250°C vorheizen.

Ein Blech mit Backpapier belegen, den Brotlaib vorsichtig aus dem Körbchen auf das Blech kippen, mit einem scharfen Messer  dreimal diagonal einschneiden und in den Ofen schieben. Nach 10 min die Hitze auf 180°C drosseln. Gesamtbackzeit: ca 50 min.

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10 Gedanken zu “Tassajara-Hirsebrot

  1. Anna Purna 16. November 2012 um 12:45 vormittags Reply

    Den Film kenne ich. Die DVD hat mir einmal jemand geschenkt. War ganz amüsant. Das Kochbuch ist aber neu für mich. So wie er aber mit viel Enthusiasmus Brot bäckt, kann ich mir gut vorstellen, dass seine Rezepte gut sind. Jedenfalls sieht das Brot auf dem Foto sehr gut aus.

    Liebe Grüße
    Anna

    • magentratzerl 16. November 2012 um 9:06 vormittags Reply

      Ich blättere noch immer gerne in den Büchern, auch wenn ich nicht mehr oft danach koche.

  2. Die Kärntnerin 16. November 2012 um 9:52 vormittags Reply

    Na, dein Kochbuch passt ja perfekt zum Thema ;) Ich back nur selten Brot, mein Ofen ist leider schon alt und wird nicht mehr so heiss, da wird’s meist nix mit schöner Kruste!

    MIt der Religion halt ich es wie du, Agnostikerin besten Falls. Ich wollte nur das Thema nicht gleich auch noch zu einer Religionsfrage machen, hatte da aber eigentlich schon einen Satz stehen, das Wort Sekte ist mir irgendwie auch eingefallen…

    DU wirst ganz sicher Recht haben damit, dass so jemand mit seinem Leben gar nicht zufrieden ist, nur kann ich gar nicht verstehen, wieso man von etwas sooooo überzeugt ist, es mit Zähnen und Klauen verteidigt, man dafür bereit ist sehr, sehr weit zu gehen, zu weit und es einen doch nicht glücklich macht?

    • magentratzerl 16. November 2012 um 10:27 vormittags Reply

      Ich kann die Motivation auch nicht verstehen. Ich denk schon, dass (einigermaßen) zufriedene Menschen es sich eher “leisten” können/wollen, tolerant zu sein. Gibt doch auch genügend glückliche, tolerante Veganer……warum man etwas verteidigt, mit dam man nicht wirklich glücklich ist….ich weiß nicht, Selbstschutz? Nicht zugeben können, dass man etwas moralisch gerechtfertigt findet, sich aber im Grunde nicht mit den Konsequenzen abfinden kann? Alles Vermutungen….

  3. Sybille 16. November 2012 um 10:08 vormittags Reply

    Das Brot schaut wieder mal sehr köstlich aus.
    Buch und Film werde ich mich mal so durchgoogeln. Interessiert mich (ich mag doch die Doris Dörrie so gern). :)

    • magentratzerl 16. November 2012 um 10:29 vormittags Reply

      Ja nicht, Doris Dörrie lohnt sich immer, egal ob Film oder Buch.

  4. bushcook 16. November 2012 um 2:14 nachmittags Reply

    Das Buch kenne ich nicht, aber ich habe einige aus dieser Serie, darunter ist auch ein heiß geliebtes altes Schätzchen :-) . Ist aber orientalische Küche…

    Es war sehr lehrreich für mich zu lesen, was Du noch an Hintergrund-Informationen gegeben hast. Da gestehe ich, daß ich hier wenig Ahnung habe.

    Danke Dir für den schönen Beitrag, ich glaube er hat Dir auch Freude gemacht :-) .

    • magentratzerl 16. November 2012 um 3:08 nachmittags Reply

      Stimmt, ich hatte Spaß. Du hast aber auch ein schönes Thema ausgesucht, vielen Dank dafür. Ich hab’ auch noch ein paar alte Heyne-Taschenbücher, zu indischer und chinesischer Küche, die sind auch schön (und schön abgenutzt ;-) )

  5. Dorrie 26. November 2012 um 10:24 vormittags Reply

    Ich kann zwar kein Brot backen (und ich esse auch fast nie welches), aber Ed Espe Brown schaetze ich sehr. Ich habe das Buch “Das Laecheln der Radieschen”. Zwar steht es noch in Berlin, aber bald darf es auch nach Thailand ziehen, und ich freu’ mich schon, dann wieder daraus zu kochen.

    Ein sehr schoener Beitrag, der mich animiert hat, doch auch mal wieder den Film zu gucken!

    • magentratzerl 26. November 2012 um 10:40 vormittags Reply

      Noch jemand, der Ed Brown zu schätzen weiß….:-).
      Ohne Brot käme ich glaube ich nicht aus; kann ich mir nur schwer vorstellen – eine typische Deutsche in diesem Punkt…

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