Mochi-Waffeln mit Schokotrüffeln – Mochiffles

27. Mai 2015 § 16 Kommentare

mochi-waffeln

Ich bin dann mal ein paar Tage weg; es wird hier ruhig werden. Zur Überbrückung lasse ich Euch etwas Süßes da.

Kennt Ihr Mochi, die klebrigen japanischen Reiskuchen? Ich liebe diese Dinger und kaufe sie regelmäßig im Winter. Am liebsten verspeise ich sie geröstet mit etwas Sojasauce. Selbst gemacht habe ich sie noch nie…der Aufwand mit dem zerstampften süßen Reis hat mich bislang abgeschreckt.

Aber wenn ich irgendwo “Mochi” lese, dann ist mein Interesse geweckt. So geschehen zuletzt bei “Lady and Pups“. Mochi-Waffeln? Muss ich machen. Auch wenn das Rezept erst mal so klingt, als ob ich danach mein Waffeleisen entsorgen könnte.

Nun, mein Waffeleisen lebt noch. Und diese Waffeln, die sind toll: sie funktionieren auf einer Basis von Klebreismehl. Das Innenleben punktet mit Espresso und Schokotrüffeln. Und wenn man sie frisch isst, dann erinnern sie stark an Mochi: außen knusprig, innen zäh und klebrig wie Mochi. Schokaldig….und dann auch noch süß-salzig. Ich habe große Mengen davon verdrückt….und das könnt Ihr jetzt auch tun:

  • 30 gr. Klebreismehl 1
  • 60 gr. Vollmilch 1
  • 179 gr. Klebreismehl 2
  • 100 gr. Rohrohrzucker
  • 60 gr. Milch 2
  • 60 gr. Espresso, abgekühlt
  • 1 Ei, Größe L
  • 35 gr. Butter, geschmolzen
  • 17 gr. Kakaopulver
  • 1 1/2 TL Backpulver
  • 1/4 TL Salz
  • 145 gr. Schokoladentrüffel
  • Fleur de Sel

Für die Basis Klebreismehl 1 und Milch 1 gründlich zu einer zähen Masse verrühren. Das Ganze wird in der Mikrowelle gegart: ca 3 mal 20 Sekunden, zwischen den Garvorgängen kräftig durchrühren. Ergebnis ist eine zähe, klebrige Masse die aussieht frische Mochi. (Ich muss mal ausprobieren, ob ich nach der Methode Mochi für Faule herstellen kann :-) ). Bestimmt geht das auch im Topf – die Masse unter Hitzezufuhr rühren, bis sie heiß, zäh und klebrig ist.

Masse 5 min abkühlen lassen. Dann alle Zutaten mit Ausnahme des Fleur de Sel zugeben und alles kräftig zu einer homogenen Masse verrühren. Der Teig ist sehr zäh, von Hand kommt man da nicht weiter. Ich habe das Ganze mit den Quirlen des Handrührers verarbeitet; man kann es auch die Küchenmaschine tun lassen.

Die Schokotrüffel in Stücke schneiden und unter den Teig rühren.

Das Waffeleisen auf höchster Stufe vorheizen, dann auf mittlere Hitze stellen. Mit einem Esslöffel einen großen Klecks Teig aufnehmen, den Teig mit einem zweiten Löffel in die Mitte des Waffeleisens schaben. Waffeleisen schließen und die Waffel fünf min. garen. Dann herausnehmen und auf ein Kuchengitter legen. Die Waffel ist zunächst noch weich, wird aber sofort knusprig, wenn sie auf dem Gitter abkühlt. Waffel mit Fleur de Sel bestreuen.

Jetzt kommt der lästige Teil: an den Seiten des Waffeleisens werden angebrannte Teigreste kleben – die müßt Ihr wegmachen. Am besten geht das mit einem Küchentuch, das ihr um eine Gabel (oder ein Essstäbchen) gewickelt habt.

So weiter machen, bis der gesamte Teig aufgebrauch ist. Die Waffeln schmecken am besten, wenn sie gerade etwas abgekühlt sind, dann sind sie außen knusprig und innen weich und klebrig. Nach ein paar Stunden läßt die Pracht nach, aber so lange werden sie sowieso nicht halten ;-)

Lasst es Euch schmecken und bis bald :-) !

Zucchini mit Speck-Gremolata

25. Mai 2015 § 14 Kommentare

zucchini mit Speck-gremolata

Das ist ein ganz einfaches Rezept aus Nigel Slaters “Eat“*, das mich nachhaltig beeindruckt hat. In all seiner Einfachheit schmeckt es dennoch grandios.

Nigel Slater teilt ein paar Gedanken mit uns zu diesem Gericht:

Die Semmelbrösel soll man nicht aus den Augen lassen, denn sie verbrennen sehr schnell. Unterschiedliche Sorten Brot benötigen mehr oder weniger Butter – also zusätzliche Butter bereit halten. Wenn die Brösel gebräunt sind, gleich in eine Schüssel umfüllen. Die Pfanne gründlich auswischen, bevor man die Zucchini brät, sonst brennen die restlichen Brösel an.

Variationen gibt es auch: etwas Basilikum verwenden, oder mehr Knoblauch. Vegetarier können den Speck durch Pilze ersetzen.  Oder man macht eine Tomaten-Gremolata, indem man statt der Zucchini halbierte Tomaten kurz anbrät. Ich könnte mir vorstellen, dass ein paar getrocknete Tomaten auch nicht schaden könnten :-)

Jetzt aber zum Rezept; das reicht für 2 Personen:

  • 6 Scheiben Speck
  • Butter und Öl zum Braten
  • 1 Zweig Rosmarin
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 2 gute Handvoll frische, weiche Semmelbrösel
  • einige Zweige glatte Petersilie
  • abgeriebene Schale einer Zitrone
  • 4 mittlere Zucchini
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Den Speck in breite Streifen schneiden. Rosmarinnadeln abzupfen und fein hacken. Knoblauch schälen und fein hacken. Petersilienblättchen abzupfen und ebenfalls fein hacken. Zucchini längs in dicke Scheiben schneiden.

Den Speck in einer Pfanne leicht knusprig braten; wenn nötig Butter zugeben. Rosmarin und Knoblauch zugeben, kurz mitbraten, dann die Semmelbrösel einrühren. Unter Rühren braten, bis sie goldbraun sind und, wenn nötig, Butter zugeben. Gehackte Petersilie und und Zitronenabrieb einrühren, dann alles in eine Schüssel umfüllen und großzügig mit Salz und Pfeffer würzen.

Die Pfanne auswischen. Zucchini in ein wenig Butter und Öl anbraten. Wenn sie glasig und weich sind, die Bröselmischung darüber streuen, alles vorsichtig erwärmen und servieren.

Lasst es Euch schmecken!

Kochbuch-Rezension: Eat – Das kleine Buch der Fast-Food-Küche * Nigel Slater

24. Mai 2015 § 8 Kommentare

cover

An diesem regnerischen Pfingstsonntag ist doch Lesewetter, nicht wahr? Da lasse ich Euch mal eine Rezension da:

In Ruhe komplexe Gerichte kochen ist toll. Für mich aber nicht unbedingt immer die Realtät. Ich koche täglich für meine Familie, und nicht nur dann, wenn ich grade Zeit und Lust habe. Manchmal ist die Zeit knapp oder es herrscht familiäres Chaos – Essen will man ja aber trotzdem. Da ist es praktisch, wenn man auf einen Fundus an Rezepten zurückgreifen kann, die rasch und einfach zuzubereiten sind. Diesen Fundus liefert uns Nigel Slater.

Beim Auspacken des Buches habe ich mich erst mal gefreut, denn es ist sehr hochwertig aufgemacht: Leineneinband, Fadenheftung, Lesebändchen, mattes Papier, ruhiges Layout. Eine nette Bauchbinde gibt es auch, von der lächelt einen der Autor sympatisch an. Kleinformatig ist das Buch; es hat etwa die Größe eines kleinen Heftes, also DIN A 5. 600 Rezepte passen trotzdem rein, denn das Buch ist dick. Fotos gibt es auch – allerdings längst nicht von jedem Gericht. Die Fotos sind meist klein und neben dem Rezepttitel platziert.

Die Rezepte sind sehr umfangreich – 600 Stück an der Zahl. Unterteilt sind die Rezepte in die Kapitel: “Aus der Hand”, da gibt es Sandwiches und Burger, “In der Schüssel”; dort sind die Suppen vertreten. Anschließend folgen schnelle Gerichte “Aus der Pfanne” und “Vom Grill” in den Kapiteln “Auf dem Herd” und “Aus dem Schmortopf” finden wir Eintöpfe, Schmorgerichte, Risotti und Pastagerichte. “Im Ofen” und “Unter einer Kruste” – das ist selbsterklärend, oder? “Aus dem Wok” ist auch klar. “Auf dem Teller” meint Hauptmahlzeiten, ohne Beilagen auskommen und letzten Kapitel “In Dessertschälchen”, da gibt es Süßes.

Die Rezepte weisen eine große Bandbreite auf: Sandwich mit grünem Spargel, Hähnchen und Avocado, Misosuppe mit Rindfleisch und Grünkohl, Gebackene Rote Bete mit Tomatendinkel, Rübchen mit Pilzen und Orzo, überbackener Lachs mit Gurke, …..ich könnte noch lange weitermachen. Genügend Rezepte sind es ja. Die Rezepte sind ungewöhnlich strukturiert: Auf der jeweils rechten Seite steht ein ausführlicheres Rezept, auf der linken Seite des Buches entweder ein paar Gedanken zum Rezept oder Variationen des Themas: zum Beispiel gibt es eine Hühner-Grünspargel-Nudelsuppe, auf der gegenüberliegenden Seite finden wir dann kurz skizzierte Ideen für Hähnchenflügel-Miso-Bouillon und Grillhähnchen-Miso-Suppe. Alle Rezepte sind sehr knapp verfasst – es gibt eine kurze Liste der Zutaten ohne Mengenangaben; die genauen Mengen finden wir dann fett gedruckt im Rezept.

Die Rezepte sind logisch gegliedert und funktionieren. Das ist aber nicht alles. Immerhin ist das Buch ja von Nigel Slater. Und der kann  – abgesehen vom Kochen – vor allem Eines: Schreiben. Und vom Essen schwärmen. Auch hier macht es wieder riesigen Spaß, im Buch zu schmökern und sich gemeinsam mit Nigel Slater zu begeistern. Eine schöne Lektüre.

Wir haben nicht nur gut gegessen, sondern ich hatte auch eine sehr entspannte Zeit in der Küche:

mangold, kokos, shrimps

Zuerst gab es ein Curry mit Mangold (original: Pak Choi),  Garnelen und Kokosmilch. Nachdem die Paste aus Zitronengras, Kurkuma, Knoblauch, Korianderstängeln und etwas Chili gemixt und der Mangold geschnitten ist, gibt es nicht mehr viel zu tun. Ich konnte entspannt die neuesten Neuigkeiten aus der Schule mit den Kindern diskutieren und danach stand ein würziges, cremiges Curry auf dem Tisch.

zucchini mit Speck-gremolata

Die Zucchini mit Speck-Gremolata haben uns auch gefallen: Speck knusprig braten, Brotbrösel rösten, Knoblauch, Zitronenabrieb und Petersilie dazu, das Ganze über gebratene Zucchini-Scheiben servieren. Einfach und gut.

lammhaxe, wurzelgemüsestampf

Warum sollten geschmorte Lammhaxen unter “Fast Food” fallen? Immerhin brauchen sie ihre Zeit. Aber nachdem das Gemüse angebraten und die Lammhaxen mit in den Bräter gewandert sind schmort das Essen im Ofen allein vor sich hin. Und nach 1 1/2 Stunden muss man nur noch die Sauce abgießen und das Gemüse stampfen und schon hat man einen herzhaften Braten.

hühnchen mit tomatensauce und mozzarella

Vom Hühnchen mit Tomatensauce und Mozzarella gibt es kein Foto im Buch – und nach dem Kochen war mir auch klar, warum :-) . Ihr müßt mir jetzt einfach glauben, dass unter dem Mantel von Sauce und dem Mozzarella-Häubchen eine Hühnchenbrust steckt. Für das Gericht wird eine Tomatensauce gekocht, das Hühnchen wird damit bedeckt. Darauf kommt Mozzarella; gegart wird im Ofen – einfach und gut.

apfel-kartoffel-püree, blutwurst, rosenkohl

Das nächste Gericht hat mich ein wenig an das klassische Himmel und Erd erinnert – ein Kartoffel-Apfel-Püree mit gebratener Blutwurst. Nigel Slater nennt das ganze “eine Wolke aus Kartoffeln und Äpfeln”….gut, ganz so wolkig war es bei mir dann doch nicht. Ich musste Rosenkohl dazu haben – das hat gut gepasst. Hier geht es zum Rezept.

backkartoffeln mit käse und blumenkohl

Blumenkohl in Käsesauce – mag ich immer. Kartoffeln auch. Für die Backkartoffeln mit Käse-Blumenkohl werden große Kartoffeln gebacken und ausgehöhlt. Gefüllt werden sie in mit in Milch gegartem Blumenkohl. Darauf kommt ein Häubchen aus dem gegarten Innenleben der Kartoffeln, Blumenkohl-Milch und Parmesan (ok….ich habe Cheddar genommen). Himmlisch!

hühnchen mit lauch und fenchel

Das Hühnchen mit Lauch und Fenchel ist ein klassisches Eintopfgericht: Das Fleisch wird angebraten, dann mit Fenchel, Lauch und Brühe geschmurgelt. Für Aroma sorgen Zitronenabrieb und -saft und sowie gehackte Petersilie. Gut und alltagstauglich.

Vermutlich ist das jetzt überraschend ;-) –  ich finde auch dieses Buch von Nigel Slater wieder toll. Ich mag die Rezepte und ich mag den Stil, in dem das Buch geschrieben ist. Inzwischen habe ich ein Exemplar einer Freundin geschenkt – und auch die ist glücklich mit dem Buch.

  • Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3832194895
  • 24,99

Spargelsuppe mit Kartoffel und Limette zum #tierfreitag

22. Mai 2015 § 6 Kommentare

spargelsuppe mit kartoffel und limette

Ich merke es gerade….auf mich ist kein Verlaß. Neulich habe ich Euch noch erzählt, wie konservativ bei weißem Spargel bin. Na, und nun komme ich Euch mit dieser cremigen Suppe daher. Kann man ja auch grade brauchen. Ich weiß nicht, wie es bei Euch ist, aber bei uns ist defintiv Suppenwetter :-)

Nun, scheinbar habe ich jetzt doch genügend Spargel auf klassische Art gegessen….dieses Saison habe ich gut zugeschlagen und nun bin ich doch offen für was Neues. Und diese Suppe aus der “Slowly Veggie” hat mich sehr interessiert: Spargel in Kombination mit Kartoffeln, okay. Dazu Limette, gut. Dann noch Ingwer und Kurkuma…ob da wohl noch was vom Geschmack des Spargels übrig bleibt? Ja, er bleibt – die leichte Bitternote des Spargels macht sich gut in der Suppe und durch den Limettenabrieb und -Saft ist sie schön frisch.

Eins habe ich zu meckern….im Rezeptfoto ist die Suppe schneeweiß. Da hat man den Teelöffel Kurkuma wohl vergessen, der meine Suppe so schön gelb gefärbt hat.

Diese Suppe ist zufällig vegan – und deshalb darf sie beim #tierfreitag mitmachen.

Für 4 Portionen:

  • 500 gr. weißer Spargel
  • 3 große Kartoffeln (ich: mehlig kochende Sorte)
  • 1 Zwiebel
  • 3 cm frischer Ingwer
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 TL Kurkuma
  • 750 ml Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • frisch geriebene Muskatnuss
  • 2 Limetten (Bio)
  • etwas Koriandergrün zum Anrichten

Spargel und Kartoffeln schälen und waschen. Spargel in Scheiben schneiden, Kartoffeln würfeln. Zwiebel und Ingwer schälen und fein hacken.

Das Olivenöl in einem Topf erhitzen. Zwiebel und Ingwer darin andünsten, dann Spargel und Kartoffeln zugeben und kurz mitbraten, dann das Kurkuma einrühren.

Gemüsebrühe angießen, mit Salz würzen, Deckel auflegen, zum Kochen bringen und bei mittlerer Hitze in ca. 15- 20 kochen lassen, bis das Gemüse gar ist.

Inzwischen die Limetten heiß abwaschen. Die Schale abreiben, den Saft auspressen.

Die Suppe mit dem Pürierstab aufmixen, den Limettenabrieb einrühren. Mit Salz, Pfeffer, Muskat und Limettensaft abschmecken.

Zum Anrichten in Schalen geben und mit gehacktem Koriandergrün bestreuen.

Lasst es Euch schmecken!

Rippchen und Reis aus dem Reiskocher

20. Mai 2015 § 21 Kommentare

rippchen und reis aus dem reiskocher

Ich habe fertig! In den letzten Wochen habe ich meinen Stapel an zu rezensierenden Kochbüchern fleissig abgearbeitet – die Nase immer schön  im Buch, und dann ab in die Küche. Jetzt bin ich fertig – was Rezensionen angeht, muss ich im Grunde nur noch den “publish”-Button drücken. Das ist klasse, denn jetzt kann ich mal wieder nach rechts und links schauen und auch mal was ausprobieren, was mich bei anderen anspringt.

So wie dieses hier – gesehen bei “The woks of life“, und gleich war klar, dass ich das probieren muss, so wie vieles andere aus diesem amerikanisch-chinesischen Blog, das immer gleich mit der Markierung “unbedingt ausprobieren” in meinem Hinterkopf landet.

Worum geht es? Um Rippchen vom Schwein, die wir gerne essen, um etwas Gemüse, das Ganze serviert auf Reis. Im Grunde ist das eine alte Technik der chinesischen Küche – allerdings aus dem Tontopf, eigentlich. Ein Eintopf, wenn man es genau nimmt. Eintopf mit chinesischen Aromen, da bin ich gerne dabei.

Jetzt zum technischen Teil: ich habe das alles tatsächlich im Reiskocher gemacht – hat funktioniert. Ich habe ja diese Vorliebe für den persischen Reis mit Kruste, und deswegen ist mein Reiskocher ein Pars Kazar* –  wenn schon, denn schon, aber das ganze geht mit jedem Reiskocher. Ich koche Reis immer so, dass ich ihn abmesse, in den Topf des Reiskochers gebe und dann so viel Wasser angieße, dass das Wasser einen Finger breit über dem Reis steht – funktioniert immer. Aber natürlich könnt Ihr Eure Methode anwenden. Das ganze funktioniert bestimmt auch im Kochtopf: Reis hinein, Wasser darauf, restliche Zutaten oben drauf. Kurz ankochen lassen, dann bei niedriger Hitze weitergaren. Wie Reis eben – nur mit den Beilagen schon oben drauf. So, jetzt aber los:

Für 4:

Für Rippchen und Marinade:

  • 500 gr Rippchen vom Schwein, in Stücke geschnitten
  • 1/2 TL Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 1 TL Sojasauce (ich oute mich … als Kikkoman-Junkie)

Für Gemüse und Reis:

  • 8 getrocknete Shiitake
  • 2 EL neutrales Öl
  • ca. 3 cm frischer Ingwer
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 1/2 TL Zucker
  • 1 große Karotte
  • 2 TL Sojasauce
  • 125 ml Wasser
  • 250 gr. Reis (ich hatte Basmati)
  • 1 TL Salz
  • Wasser
  • 150 gr. Erbsen (ich hatte TK-Ware)

Die Rippchen mit allen Zutaten der Marinade einreiben und eine Stunde beiseite stellen.

Shiitake mit heißem Wasser übergießen und mindestens 30 min quellen lassen. Dann abgießen, dabei die Einweichflüssigkeit aufbewahren. Stiele entfernen, Hütchen in Streifen schneiden.

Ingwer und Knoblauch schälen und fein hacken. Karotten schälen und in Würfel schneiden.

1 EL Öl in einer Pfanne oder einem Wok erhitzen. Die Shiitake-Streifen hingeben und unter Rühren braten, bis sie etwas karamellisieren. Dann herausnehmen und beiseite stellen.

Einen weiteren EL Öl in der Pfanne erhitzen. Die Rippchen zugeben und bei hoher Hitze unter Rühren braten, bis sie von allen Seiten appetitlich gebräunt sind. Hitze etwas herunterstellen, Ingwer, Knoblauch und Zucker zugeben und weiter rühren. Dann Karotten, Sojasauce und 125 ml Wasser zugeben. Zum Kochen bringen und ohne Deckel köcheln lassen, bis fast alle Flüssigkeit verdampft ist.

Inzwischen den Reis in ein Sieb geben, gründlich abbrausen und dann in den Topf des Reiskochers geben. 1 TL Salz und die passende Menge Wasser (Gebrauchsanleitung des Reiskochers, sonst, 1 Finger hoch über dem Reis), sowie die Shiitake zugeben. Wer mag, ersetzt hier so wie ich einen Teil des Wassers durch die Einweichflüssigkeit der Pilze – das gibt nochmal extra Aroma.

Den Inhalt der Pfanne (also Rippchen und Begleitung) auf dem Reis verteilen. Deckel auflegen und Reiskocher anschalten. Oder: den Reis mit Flüssigkeit und Pilzen in einen passenden Topf geben, die Fleischmischung darauf verteilen, Deckel auflegen, kurz ankochen lassen und dann bei schwacher Hitze weiter garen.

Kurz vor Ende der Garzeit die Erbsen auf der Fleischmischung verteilen, Deckel gleich wieder auflegen und noch ca. 5 min weitergaren.

Fertig ist der Eintopf auf andere Art. Lasst es Euch schmecken!

Pilz-Schalotten-Risotto aus dem Ofen

18. Mai 2015 § 4 Kommentare

pilz-schalotten-risotto

Ich habe Euch ja schon ein paar Rezepte aus “River Cottage Light & Easy” vorgestellt – und hier kommt noch eines. Risotto – aus dem Ofen. Und dann noch ohne Käse. Ich war ja neugierig…ob das geht….und ob das schmeckt….Da hilft nur ausprobieren, und was soll ich sagen – es geht. Und es schmeckt.

Auch ohne Käse und Butter ist das Risotto cremig und gehaltvoll. Schalotten und Pilze sorgen für genügend Umami. Und dann gibt es noch 2 wichtige Faktoren – einmal die Qualität der verwendeten Gemüsebrühe. Und dann wäre  da noch das Chiliöl – das sorgt für den letzten Kick. Wem noch etwas Tiefe fehlt – Sojasauce (oder, wenn es glutenfrei sein soll, Tamari) sorgen nochmal für, ähm….Wumms. Ich bin überhaupt ein großer Fan von Sojasauce, solange sie natürlich gebraut ist.

Das Risotto hat außerdem den Vorteil, dass es sich fast von selbst kocht. Ich rühre gerne Risotto, aber manchmal ist man im Alltag auch dankbar, wenn etwas einfach von selbst geht, oder?

Für das Chili-Öl:

  • 100 ml Rapsöl
  • 1 TL Chiliflocken
  • 2 Zehen Knoblauch
  • einige Nadeln Rosmarin

Knoblauch schälen und fein hacken. Öl in einem kleinen Topf erhitzen, restliche Zutaten zugeben und dann alles gleich von der Hitze nehmen; durch das heiße Öl garen die Zutaten noch weiter. Abkühlen lassen, dann mit allen Feststoffen in ein Glas oder eine kleine Flasche füllen.

Für das Risotto – das Rezept reicht für 4:

  • 2 EL Rapsöl
  • 300 gr. Schalotten
  • einige Zweige Thymian
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 300 gr. braune Champignons
  • 1 EL Balsamico
  • 250 gr. Risottoreis
  • 1 l heiße Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • Chiliöl

Den Backofen auf 180°C vorheizen.

Schalotten schälen und der Länge nach vierteln. Knoblauch schälen und hacken. Pilze putzen und in grobe Stücke schneiden.

Öl, Schalotten und Thymian in einen großen Bräter oder eine Auflaufform geben und mit Salz und Pfeffer würzen. 30 min im Ofen rösten, dann Pilze, Knoblauch und Balsamico einrühren und alles nochmals 15 min schmoren.

Jetzt den Reis in den Bräter geben und gut durchrühren, dann die Brühe angiessen und nochmals durchrühren. Risotto für 30 min in den Ofen stellen, dabei nach 15 min einmal durchrühren.

Fertig! Jetzt den Risotto aus dem Ofen nehmen,  noch 5 min ruhen lassen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Servieren den Risotto in vorgewärmten Schalen anrichten und nach Geschmack mit Chiliöl beträufeln.

Lasst es Euch schmecken!

Kochbuchrezension: River Cottage light & easy / Hugh Fearnley-Whittingstall

17. Mai 2015 § 10 Kommentare

cover

An dem Mann mit dem sehr langen Namen (HFW, für mich :-) ) komme ich nicht vorbei. Neues von ihm zieht mit hoher Wahrscheinlichkeit ein in mein Bücherregal.

Diesmal habe ich aber kurz gezuckt – lautet doch der Untertitel des Buches “Gesunde Rezepte ohne Weizen und Milchprodukte”. Nun habe ich  – absehen von einer Allergie gegen Haselnüsse und Anis – glücklicherweise nicht mit Unverträglichkeiten zu kämpfen. Letztendlich war ich dann aber doch neugierig. Was das wohl für Gerichte sein mögen?

Interessiert hat mich natürlich auch die Motivation HFWs, so ein Buch zu schreiben. Springt er nur auf einen Trend auf, oder ist da mehr? Hier hilft das Vorwort weiter: es darum, einmal auf alltägliche Zutaten zu verzichten, die wir routinemäßig  und ohne uns Gedanken zu machen verwenden. Grund dafür ist nicht nur die Lust am Experimentieren, sondern auch Unverträglichkeiten im Bekanntenkreis – und nicht zuletzt der eigene Cholesterinspiegel. Das klingt alles überzeugend.

Und so machen wir uns mal über das Äußere her: Ein dicker Wälzer ist es. Schön aufgemacht mit ruhigem Layout, mattem Papier und großformatigen Fotos von Simon Wheeler. Die Fotos befassen sich mit der Hauptsache – dem Essen. Großes Drumherum gibt es nicht – das gefällt mir.

Jetzt zu den inneren Werten: der Rezeptteil startet mit Ideen für das Frühstück. Manches davon würde ich eher als kleine Idee bezeichnen denn als Rezept – Grapefruit mit Pfeffer (hab ich probiert, schmeckt klasse!) oder Banane mit Limettenabrieb zum Beispiel. Es gibt aber auch anderes: Knspermüsli, selbstgemachte Mandelmilch, Smoothies, Früchtebrot, Kartoffelküchlein oder Masala-Omelette.

Dann wird gebacken: Maisbrot mit Karotten, Scones mit Buchweizen und Mandeln, Roggen-Chapatis, Cracker mit Leinsamen und Rosmarin.

Im nächsten Kapitel geht es um Suppe. Hier gibt es  zwei Besonderheiten: HFW hat sich viele Rezepte für Rohkost-Suppen ausgedacht, die im Mixer zubereitet werden. Apfel-Karottensuppe gibt es da oder Waldorf-Suppe. Dann gibt es noch Suppen, die aus im Ofen geschmorten Gemüse gemixt werden: geschmorte Champignonsuppe zum Beispiel oder Schmortomaten-Cremesuppe. Natürlich gibt es auch Ideen für klassische Suppen: klare Suppe mit neuen Kartoffeln, Kräutern und Erbsen, Kichererbsensuppe oder Fischsuppe mit Räucherhering.

Nach der Suppe kommt der Salat – Leckereien wie Blumenkohl Rohschinken und Balsamico-Dressing, Spinat-Erdbeer-Avocado-Salat oder zerdrückte Gurke chinesische Art. Es folgt das Fisch-Kapitel: Krebs mit Rosenkohl, Roher Fisch mit Tomaten und Basilikum, Forelle mit Chermoula oder Fisch-Tomaten-Curry warten darauf, ausprobiert zu werden.

Natürlich gibt es auch ein Fleisch-Kapitel – Rindfleisch mit Bohnenpüree, Hühnerleber auf Gurke, Lamm-Cashew-Curry oder Frühlingshuhn zum Beispiel. Das Gemüsekapitel wartet mit Gemüsetempura mit Sesamdipp, Reis, Eiern und Brunnenkressecreme, ofengerösteten Roten Beten mit Kartoffeln und Sardellen oder Rote-Bete-Burgern auf. Auch Obst gibt es – Ananas mit Rohrzucker und Piment, Apfel mit Basilikum und Pinienkernen oder Rhabarber-Rosen-Sorbet. Den Abschluß bildet ein Kapitel mit Süßigkeiten: die bekannte Mousse au Chocolat auf Avocado-Basis, Polentakuchen mit Heidelbeeren, Brownies.

Abgeschlossen wird das Rezept-Kapitel durch eine Liste mit Dingen, die man in der Vorratskammer haben sollte, wenn man aus dem Buch kochen möchte.

Die Rezepte sind gut strukturiert. Zu jedem Rezept gibt es eine kleine Einleitung und oft werden auch noch Variationen angeboten. Dann gibt es noch kleine Pictogramme, die uns sagen, ob das Gericht für Veganer geeignet ist, ob es besonders schnell zuzubereiten ist oder ob es zum Mitnehmen taugt. Es gibt ein Register, in dem man findet, was man sucht und eine Liste mit Rezepten, die komplett glutenfrei sind.

In aller Regel ist es so, dass mich in Büchern von HFW sehr viel zum Ausprobieren direkt anspringt. So auch diesmal:

schmorhähnchen mit linsen

Das Hühnchen mit Linsen und Rosmarin hat uns einen Sonntag Abend gerettet. Eigentlich sollte etwas anderes auf dem Tisch stehen – da war das Huhn eine erfreuliche Sache. Das Huhn ist schön aromatisch, die Linsen ergeben eine cremige Sauce. Allerdings muss man dazu etwas mehr Flüssigkeit angießen als im Rezept angeben. Einfach zu machen ist das ganze auch noch – schön für Tage, an denen man nicht viel Aufwand betreiben möchte.

pilz-schalotten-risotto

Risotto aus dem Ofen? Und dann noch ohne Käse? Geht das? Das geht, sehr gut sogar. Das Schalotten-Pilz-Risotto ist im Ofen ganz entspannt zubereitet. Es ist schön cremig und hinterläßt ein wohlig-sattes Gefühl. Den besonderen Kick bekommt es durch einen Spritzer Chiliöl; das kann man rasch selbst machen während das Risotto gart. Da liegt allerdings ein kleiner Fallstrick – im Rezept steht, man soll Chili und Knoblauch im Öl ein wenig köcheln lassen und dann alles abkühlen. Man füllt aber die Ölmischung besser gleich aus dem Topf in einen anderen Behälter, denn durch das heiße Öl garen Chiliflocken und Knoblauch sonst weiter und verbrennen.

suppe aus geröstetem fenchel

Fenchel steht bei meiner Familie nicht besonders hoch im Kurs. Für die Suppe mit geschmortem Fenchel wird der Fenchel im Ofen geröstet, dazu kommen Knoblauchzehen, Zitrone und eine Kartoffel zur Bindung. Danach wird mit heißer Gemüsebrühe aufgegossen und gemixt. Suppe fertig, ganz entspannt. Geschmacklich war die Suppe toll – sogar die Fenchelverächter haben Nachschlag genommen. Ein Problem war allerdings die Konsistenz – um die Fasern des Fenchels kleinzukriegen, braucht man schon einen sehr leistungsstarken Mixer. HFW benutzt einen Vitamix; der Mixaufsatz meiner Küchenmaschine hatte zu kämpfen  – und wir hatten ziemlich zu kauen an der Suppe.

bloody-mary-steak

Es folgt ein Geständnis: ich trinke gerne Tomatensaft. Am liebsten mit ein paar Tropfen Tabasco. Avocado mag ich auch. Klar, dass ich das Bloody-Mary-Steak ausprobieren musste. Es besteht aus einen Steak, einem Avocado-Tomaten-Salat und einem einer Bloody Mary nachempfundenen Dressing aus Tomatensaft, etwas Öl, Tabasco, Worchestersauce und Zitronensaft. Wirklich toll, ich könnte glatt schon wieder….

roggenbrot mit saaten

So. Backwaren. Ohne Weizen. Ich habe nicht herausgefunden, warum, aber Hefe und Sauerteig kommen auch nicht vor. Wenn Teig gelockert werden soll, dann müssen Backpulver oder Natron ran. Insofern sind die Brote eher ungewöhnlich. Ich habe eher unangenehme Erinnerungen an das bekannte Irish Soda Bread und habe das Roggenbrot mit Saaten, das mit Natron gebacken wird, ausprobiert, damit ich auch mal was zu meckern habe. Naja….die Konsistenz ist eher die von Kuchen – aber der Geschmack ist völlig in Ordnung. Um es in Suppen oder Soßen zu tunken, würde ich das Brot jederzeit wieder servieren. Als Hauptsache zum Frühstück oder ähnlichem dann eher nicht.

roggen-grissini

Ganz anders sieht es bei den Roggen-Grissini aus. Helles Roggenmehl, Backpulverteig. Ich habe mal sicherheitshalber nur eine halbe Portion gemacht. Gedacht waren die Knabberstangen für die Brotboxen von Sohn und Tochter m. Nun, sie haben den Abend nicht überlegt und schon am nächsten Tag stand ich wieder da und bereitete diesmal ein ganzes Rezept vor.

shortbread

So, nun zum Shortbread. Klassischerweise besteht das aus Weizenmehl, Reismehl und Butter. In diesem Fall: Kastanienmehl, Buchweizen, Mandeln, Öl. Ich war gespannt, wie das schmeckt. Nun, wir bemühen uns, kein Essen wegzuwerfen – aber keiner von uns konnte diese sandige, stark nach Kastanie schmeckende Masse essen. Das Shortbread landete im Müll.

bananen-cashew-eis

Wenn man Eis ohne Milchprodukte genießen möchte, liegt ja eigentlich der Gedanke an Sorbet nahe. Es gibt im Buch trotzdem ein Rezept für cremiges Fruchteis. Das ganze beruht auf eingeweichtes, gemixten Cashew-Nüssen. Dazu kommt Honig, Banane und – im Original noch Erdbeere. Ich habe die Menge reduziert und ein reines Bananen-Cashew-Eis gemacht – cremig, bananig, lecker.

orangensalat mit roter bete

Begeistert hat mich der Orangen-Rote-Bete-Salat mit gerösteten Kernen. Hier lang geht es zum Rezept.

schoko-nuss-creme

Lecker war auch die Schoko-Nuss-Creme. Dafür werden geröstete Nüsse (Mandeln in meinem Fall) mit Honig, Kakao und Kokosfett gemixt. Das Ergebnis war geschmacklich toll, die Creme war aber sehr kompakt…..gar nicht so leicht, die auf’s Brot zu bekommen. Einfacher ist es, Pralinen daraus zu rollen und das Ganze als Nascherei zu servieren.

Fazit? Im Grunde bin ich ja ein begeisterter Hugh Fearnley-Whittingstall-Groupie. Ich mag seinen Stil, seine Ideen, seine Rezepte. Ich würde also an dieser Stelle gerne in uneingeschränkten Jubel ausbrechen. Geht aber nicht ganz. Die meisten Rezepte haben mir großen Spaß gemacht und ich werde das Buch sicher noch oft benutzen. Nicht ganz glücklich bin ich aber mit dem Rezepten aus dem Backkapitel und den Kuchen geworden. Warum weizenfrei beim Backen von Brot auch den Verzicht auf Hefe oder Sauerteig bedeutet, habe ich nicht verstanden. Kuchenartigen Broten oder Haferkeksen zum Frühstück kann ich halt nicht so viel abgewinnen. Und dann wäre da noch das Ausrüstungsproblem – so manches Rezept verlangt nach einem leistungsstarken Mixer.

  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: AT Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3038008279
  • 24,90
Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 330 Followern an